Verkäufe Ihrer Wettbewerber schätzen

Ja, PriceZag kann aus Lagerbestandsänderungen die Produktverkäufe Ihrer Wettbewerber schätzen - für einzelne Artikel und für das gesamte Sortiment, das Sie bei einem Händler beobachten.

Von Jeff M. Produktstratege für Preisgestaltung bei PriceZag

6 Min. Lesezeit

Ja, wir können die Verkäufe Ihrer Wettbewerber schätzen! Haben Sie schon einmal den Shop eines Wettbewerbers besucht und sich gefragt, welche Produkte sich tatsächlich verkaufen? Neben der Überwachung von Konkurrenzpreisen und Lagerbeständen bietet PriceZag eine besonders spannende Zusatzfunktion: Aus den sichtbaren Bestandsänderungen eines Händlers lässt sich abschätzen, wie viele Einheiten eines Produkts er verkauft.

Dafür greifen wir weder auf Bestellungen noch auf Zahlungssysteme oder interne Verkaufsdaten zu. Es handelt sich um eine intelligente Schätzung anhand öffentlich sichtbarer Lagerbestände. Wenn ein Shop verwertbare Bestandszahlen anzeigt, erhalten Sie dadurch einen faszinierenden zusätzlichen Einblick in Ihren Markt.

Die Grundidee: Lagerbestände im Zeitverlauf verfolgen

Stellen Sie sich vor, PriceZag prüft die Produktseite eines Wettbewerbers und sieht 8 Stück auf Lager. Einige Stunden später zeigt derselbe Artikel nur noch 5 Stück auf Lager. Im sichtbaren Bestand fehlen drei Stück. Wenn sich sonst nichts geändert hat, könnten dies drei Verkäufe gewesen sein.

In der Praxis ist der Ablauf jedoch selten so eindeutig. Zwischen den Besuchen werden Produkte verkauft, Lager werden aufgefüllt, manche Shops zeigen zeitweise nur In stock an, und Bestandszahlen können auch aus anderen Gründen schwanken. Genau hier beginnt der interessantere Teil der PriceZag-Analyse.

Ein Algorithmus, der mehr als Bestände subtrahiert

PriceZag analysiert Bestandsveränderungen über längere Zeit, anstatt jede Differenz als bestätigten Verkauf zu werten. Aus dem verfügbaren Verlauf und aktuellen Trends schätzt der Algorithmus Verkäufe auch für Zeitabschnitte mit unvollständigen Angaben.

Vereinfachtes Beispiel für die Beobachtungen von PriceZag auf einer Produktseite.
BesuchAngezeigter BestandMögliche Interpretation
Montagmorgen8 StückErster erfasster Lagerbestand.
Montagnachmittag5 StückDrei Stück weniger, möglicherweise verkauft.
DienstagmorgenIn stockLieferbar, aber ohne genaue Stückzahl.
Dienstagnachmittag10 StückDer Bestand wurde möglicherweise aufgefüllt.
Mittwochnachmittag7 StückErneut möglicherweise drei Stück weniger.

Ein einfaches Skript würde vielleicht nur zwei Messwerte voneinander abziehen, bei fehlenden Zahlen scheitern oder eine Auffüllung als negative Verkäufe deuten. Die Schätzung von PriceZag ist deutlich ausgefeilter: Sie berücksichtigt die gesamte Abfolge der Bestandsmeldungen, Auffüllungen und fehlende Stückzahlen und leitet aus verwertbaren Daten eine ungefähre Verkaufsrate ab.

Mit zunehmendem Monitoring-Verlauf können die Schätzungen aussagekräftiger werden. Die Berechnung nutzt jüngere Beobachtungen, bei ausreichender Datenlage üblicherweise aus den letzten Wochen. Trotzdem bleibt das Ergebnis eine Schätzung und keine bestätigte Zahl von Käufen.

PriceZag-Produktansicht mit dem Bestandsverlauf eines Wettbewerbers und violetter Schätzung der Wochenverkäufe
Verfolgen Sie die Bestandsentwicklung eines Wettbewerbers im Produktdiagramm und sehen Sie daneben die geschätzten Wochenverkäufe sowie Preis und Verfügbarkeit.

Vom einzelnen Produkt bis zu den Verkäufen eines ganzen Shops

Je nachdem, was Sie untersuchen möchten, finden Sie Schätzungen auf mehreren Ebenen:

  • Je Produkt: Öffnen Sie einen Artikel in PriceZag. Unter dem Diagramm kann bei jedem Wettbewerber eine violette Verkaufsschätzung erscheinen, angegeben als N/wk - die ungefähr pro Woche verkaufte Stückzahl. Vergleichen Sie diese mit dem Preis- und Bestandsverlauf.
  • Je Händlerwebsite: Öffnen Sie Reports & Sheets > Domains und wählen Sie den Händler aus oder suchen Sie seine Domain in Ihrem Konto. Die Seite zeigt die geschätzte Anzahl verkaufter Einheiten Ihrer beobachteten Produkte für die letzten 48 Stunden, 7 Tage und 30 Tage.
  • Geschätzter Umsatz: Auf der Domainseite wird außerdem ein ungefährer 30-Tage-Umsatz aus den geschätzten Stückverkäufen und den Produktpreisen berechnet und in Ihrer gewählten Währung angezeigt. Im Dashboard heißt dieser Wert Income .
  • Für Vergleiche: Der Dashboard-Bereich Best Sellers hebt Wettbewerber und Produkte mit den höchsten geschätzten Verkäufen hervor. In Excel-Berichten können Sie außerdem die Spalte Each Comp. Sales mit geschätzten Wochenverkäufen einblenden.
PriceZag-Domainübersicht mit geschätzten Verkäufen für 48 Stunden, 7 Tage und 30 Tage sowie dem Wert Income
Sehen Sie geschätzte Stückverkäufe für die von Ihnen beobachteten Produkte eines Händlers und den ungefähren Umsatz der letzten 30 Tage.

Wie genau sind die geschätzten Verkäufe?

Das hängt stark von der Website ab. Manche Onlineshops zeigen genaue Lagerstückzahlen, die bei Verkäufen und Nachlieferungen nachvollziehbar schwanken. Andere melden lediglich In stock oder Out of stock, verbergen die Mengen oder zeigen Bestände, die sich aus anderen Gründen sprunghaft verändern.

Eine gute Einschätzung ermöglicht ein Blick auf die Bestandskurven in PriceZag:

  • Vielversprechend: Der Bestand sinkt relativ gleichmäßig in Stufen und springt nach einer Lieferung wieder nach oben. Dieses Sägezahnmuster spricht häufig für plausiblere Verkaufsschätzungen.
  • Weniger zuverlässig: Der Bestand springt scheinbar zufällig auf und ab, etwa weil die Website wechselnde Mengen anzeigt oder mehrere Lagerstandorte zusammenfasst.
  • Zu wenig Informationen: Der Shop zeigt nie brauchbare Stückzahlen an oder PriceZag hat noch nicht genügend Verlauf gesammelt. Dann ist möglicherweise keine sinnvolle Schätzung möglich.

Auch eine überzeugende Bestandskurve beweist keine tatsächlichen Kundenkäufe. Rücksendungen, Umlagerungen, Reservierungen und Bestandskorrekturen können die Zahlen beeinflussen. Nutzen Sie geschätzte Konkurrenzverkäufe als Marktsignal, dem Sie nachgehen können, nicht als geprüfte Verkaufsstatistik.

Was können Sie aus diesen Schätzungen lernen?

Wenn die Bestandsdaten konsistent sind, liefern die Schätzungen Preis- und Sortimentsverantwortlichen interessante Hinweise:

  • Schnelldreher erkennen. Entdecken Sie Artikel, die sich bei Wettbewerbern offenbar rasch verkaufen - auch solche, deren Nachfrage Sie bislang unterschätzt haben.
  • Nachfrage und Preise vergleichen. Beobachten Sie, ob sich das geschätzte Verkaufstempo eines Wettbewerbers verändert, wenn dessen Angebotspreis steigt oder fällt.
  • Die Entwicklung anderer Händler verfolgen. Vergleichen Sie die geschätzten Stückverkäufe der von Ihnen beobachteten Händler und Produkte.
  • Interessante Chancen erkennen. Kombinieren Sie die Verkaufsschätzungen mit Preisbenachrichtigungen, Verfügbarkeit und Bestandsverlauf, um zu entscheiden, welche Produkte genauer geprüft werden sollten.

Diese Daten liefern Ihnen eine zusätzliche Perspektive zu Ihrer laufenden Preisüberwachung - ohne Zugang zu den internen Systemen Ihrer Wettbewerber.

Häufige Fragen

Kann PriceZag die Verkäufe meiner Wettbewerber wirklich berechnen?

PriceZag kann Produktverkäufe schätzen , wenn genügend historische, öffentlich sichtbare Bestandszahlen vorliegen. Auf echte Händlerbestellungen hat PriceZag keinen Zugriff; die Werte sind daher Schätzungen und keine bestätigten Verkäufe.

Muss der Händler eine genaue Lagerstückzahl anzeigen?

Numerische Lagerbestände sind die wichtigste Grundlage. PriceZag kann Lücken und Meldungen ohne Stückzahl innerhalb eines brauchbaren Verlaufs berücksichtigen. Ein Shop, der stets nur "In stock" anzeigt, liefert normalerweise aber keine ausreichenden Daten für eine Stückverkaufsschätzung.

Zeigt der geschätzte Umsatz den gesamten Unternehmensumsatz eines Wettbewerbers?

Nein. Er bezieht sich nur auf die Produkte, die Sie bei diesem Händler beobachten, und kombiniert geschätzte Stückzahlen mit erfassten Produktpreisen. Er ist weder der Gesamtumsatz noch Gewinn oder eine Aufstellung tatsächlicher Transaktionen.

Muss ich dafür einen separaten Dienst einrichten?

Nein, eine Anbindung an Verkaufsdaten ist nicht erforderlich. Die Schätzungen entstehen als zusätzliche Erkenntnis aus der Überwachung von Konkurrenz-Produktseiten, sofern sich ein verwertbarer Bestandsverlauf ergibt.